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Niedrigstenergiehaus mit Isokorb®. In Wiener Neustadt (NÖ).

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In niederösterreichischen Wiener Neustadt entstand eine schmucke Niedrigstenergie-Wohnhausanlage. Bei den Balkonen und Laubengängen wurde der Schöck Isokorb® eingesetzt.

In der neuen Niedrigstenergie-Wohnhausanlage in Wiener Neustadt wurde zur thermischen Trennung der auskragenden Bauteile und einer besseren Wärmedämmung der Schöck Isokorb verbaut. Dabei wurden 92 Stück Schöck Isokorb® KXT direkt auf der Baustelle verwendet. Weitere 60 Stück KXT sowie 12 Stück vom Schöck® Isokorb Typ A-K wurden an das Fertigteilwerk Kölbl in Wiener Neustadt geliefert und dort in modulare Bauteile eingesetzt. Die Isokorb®-Elemente fanden sowohl bei den Anschlüssen der 20 Balkone als auch in den drei Laubengang-Geschoßen Verwendung.

Begonnen hat alles mit einem geladenen Architektenauswahlverfahren im Jahr 2007, welches das Wiener Büro „RUNSER/PRANTL architekten" mit dem 1. Preis für sich entscheiden konnte.

Eigentlich war seitens des Bauherrn, der SGN (Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft Neunkirchen) ursprünglich geplant, im zentralen Stadterweiterungsgebiet östlich des Zentrums - beim Akademiepark -  ein neues Wohnviertel entstehen zu lassen. Dabei war auf zwei benachbarten Grundstücken die Bebauung mit insgesamt etwa 150 Wohnungen vorgesehen. Das Vorhaben wurde jedoch auf zwei spiegelgleiche Laubenganghäuser mit insgesamt 52 Wohnungen reduziert.

Das erste der beiden Häuser in der Kurt Ingerl-Gasse war voriges Jahr bezugsfertig: Mitte Juli 2011 wurden die 26 Niedrigstenergie-Wohnungen des 1. Bauabschnittes an die Mieter übergeben.

„Wohnbau im Bereich der Architektur sehen wir als einen sozialen Auftrag, und damit geht man gegenüber der Gesellschaft die Verpflichtung ein, kosteneffizient zu planen und zu bauen", erklärt Alexander Runser: „Es geht nicht darum, so viel Architektur wie möglich in ein Wohnbauprojekt zu packen, sondern darum, eine maximale Wohnqualität zu einem vertretbaren Preis zu schaffen."

„Die ökologischen Aspekte der Bauweise liegen in der Wahl der Materialien und de Art der Konstruktion", beschreibt Christa Prantl: „Beton, Ziegel, Stahl und Glas sind die Materialien der Primärkonstruktion." All diese Materialien sind wieder verwertbar oder recyclebar. Die Stahlbetonkonstruktion bietet höchste Flexibilität. Sie besteht aus Wandscheiben im Bereich der Außenwand und - wo es statisch nötig ist - Stützen, auf denen Stahlbetondecken aufliegen.

Isokorb® zur Umsetzung des Niedrigstenergie-Standards

Energietechnisch wurde die Anlage als Niedrigstenergiehaus mit einem Jahresverbrauch von circa 18 kWh/m² realisiert. Dazu wurde auch der Schöck Isokorb® in verschiedenen Varianten eingesetzt: „Die Isokörbe waren dabei ein wichtiges Element zur Umsetzung der Balkone und Laubengänge und damit des Entwurfsgedankens".
Geplant war ursprünglich eine Heizungsanlage mit Holzpellets, ausgeführt wurde letztlich ein Fernwärmeanschluss. Das Warmwasser wird im Sommer über eine Solaranlage am Dach erzeugt, die Luftvorkonditionierung erfolgt über einen Solekollektor im Fundamentbereich. Die Wohnungen sind mit kontrollierter Wohnraumlüftung mit Zentralgeräten am Gebäudedach versorgt. Das Gebäude wurde als Niedrigstenergiehaus mit Passivhaus-Ausstattung errichtet. Mit einer stärkeren Dämmung (30 statt 20 cm) wäre der Passivhausstandard gegeben.

Die Wohnungen sind durch die Minimierung der Verkehrsflächen großzügig nutzbar. Offene Flurbereiche, niedrige Fensterparapete mit außen vorgesetzten Absturzsicherungen und überhohe Durchgangslichten aller Wohnungs- und Innentüren bieten ungewohnte Raumproportionen und Weite. Die Qualität der Wohnungen ist durch die West-Ost-Orientierung, ein Höchstmaß an Flexibilität der Wohnungsgrundrisse und unterschiedliche Größen (50 m², 80 m² und auch 90 m²) gegeben. Alle Wohnungen in den drei Obergeschossen haben Balkone, die Erdgeschoßwohnungen verfügen über Eigengärten.

Das Architektenteam achtete auf viele Details. So wurde beispielsweise ein fixer Sichtschutz auf den insgesamt 20 großen Balkonen bewusst vermieden. „Sonst sieht man beim Sitzen in der Wohnung nicht in die Landschaft" (Runser). Und beim Lift, der die - inklusive Tiefgarage - fünf Geschoße verbindet, sorgt eine gläserne Rückwand als Sicherheitsaspekt für optische Offenheit. Neben dem Lift liegt ein verglastes Stiegenhaus. Eine weitere, offene Stiege liegt am anderen Gebäudeende.

Von der Stadt wurde eine Parkplatzverpflichtung von 1,5 Stellplätzen pro Wohnung vorgegeben. 26 davon sind in der Tiefgarage untergebracht, die anderen unter dem 13 Meter weit markant auskragenden Gebäudeteil an der nördlichen Stirnseite.

„Daraus ergibt sich ein Doppelnutzen. Die befestigte Parkfläche kann für Feste oder andere Veranstaltungen auch bei schlechterem Wetter genutzt werden, zu anderen Zeiten können Kinder dort spielen oder Rad fahren", erklärt Runser: „Es ist eine Art von space sharing, wie es sie bereits bei den Parkhöfen in den Gebäuden der 60er-Jahre gab."

Weitere Infos finden Sie auch in unserer Rubrik Referenzen.

Fotos: Rupert Steiner/ RUNSER/PRANTL architekten