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Wien

Flexible Balkonlösungen

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Smartes Wohnen im Sonnwendviertel


Am Gelände des früheren Wiener Südbahnhofs entsteht bis 2019 ein neuer Stadtteil. In einem der Siegerprojekte sorgt der Isokorb für die optimale thermische Trennung.

Die Stadt Wien fördert in dem neuen Stadtteil den Bau sogenannter Smart-Wohnungen, die preislich in der Kategorie der klassischen Gemeindebauten liegen, dafür aber etwas kleiner als bisher geförderte Wohnungen sind. Dieses Programm bietet sozialen Wohnbau mit günstigen Mieten und flexibler Raumaufteilung. Die ersten Wohnungen im Sonnwendviertel südlich des neuen Hauptbahnhofs sind Ende 2015 bezugsfertig.

Bei Smart-Wohnungen steht eine hohe Alltagstauglichkeit bei gleichzeitig sehr günstigen Eigenmitteln und Mieten im Vordergrund. Deshalb sind die Räume kompakt gestaltet und es entstehen keine unnötigen Mietkosten für nicht benötigte Wohnflächen. Smart-Wohnungen zeichnen sich auch vor allem durch geringe Finanzierungskosten von maximal 60 €/m² und günstigen Bruttomieten von maximal 7,50 €/m². Bei diesem Wettbewerb wurden Wohnungstypen in Größen zwischen 40 und 70 Quadratmeter vorgegeben.

Für das Sonnwendviertel wurden im Rahmen dieses Programms zwei Bauplätze ausgelobt. Das Wiener Architekturbüro Geiswinkler & Geiswinkler zeichnet dort für ein gerade in Errichtung stehendes Siegerprojekt mit 116 Wohnungen verantwortlich. „Wir haben 2012 mit unserem Entwurf für diesen Bauplatz gewonnen", sagt DI Architekt Markus Geiswinkler (Büro Geiswinkler & Geiswinkler).

Hallenartige Grundstruktur

Das Gebäude umfasst acht Geschosse plus eine Tiefgarage. Das Erdgeschoß ist von den üblichen Betriebsräumen freigehalten, es soll unter anderem ein Kindergarten und diverse Geschäfte dort Einzug halten.

Ein ebenerdiger breiter öffentlicher Durchgang führt zu einem ebenfalls öffentlichen Park und in Folge zum nahen neuen Zentralbahnhof der Hauptstadt. Auf den Dachterrassen gibt es ein Sonnendeck und einen Grillplatz. Die Konstruktion durch eine hallenartige Grundstruktur geprägt. Es sind im Inneren keine tragenden Wandelemente vorgesehen, das erlaubt eine hohe Flexibilität. Die Mieter können im Voraus den Wohnungsquerschnitt bestimmen, beispielsweise zwei kleine Schlafzimmer, oder eine größeres und ein Kinderzimmer – individuelle Grundrisslösungen sind möglich und erwünscht.

Die Tragstruktur des Gebäudes orientiert sich am Konzept großer gestapelter Hallen. Auf geänderte Bedürfnisse oder wechselnde Nachfrage kann dank des hallenartigen Konstruktionsprinzips leicht reagiert werden.

Isokorb trennt auskragende Elemente

Die Hülle des Gebäudes ist thermisch von den Balkonen und den langen Laubengängen getrennt. „Dort sind auch die Isokorb-Typen verbaut, die für die thermische Trennung nötig sind", erklärt Geiswinkler.

Die abgehängten Balkone sind übrigens in ihrer Größe flexibel. Die Mieter können auch die Balkongröße – in einem gewissen Rahmen – selber bestimmen. Die Balkone werden mit einem Holzwerkstoff verplankt und sollen von den Mietern begrünt werden. „So entsteht eine Art vertikaler Schrebergarten", beschreibt der Architekt. Effiziente Dämmstärken und Fenster in 3-Scheiben-Wärmeschutz-Qualität sichern den Niedrigstenergiestandard und tragen zum Ziel „klimaneutrale Stadt" bei.

Bauökologische und technische Maßnahmen – wie eben die Verwendung des Isokorb zur thermischen Trennung und zur Vermeidung von Wärmebrücken – steigern den Wohnwert, beispielsweise verbessert die extensive Begrünung der nicht genutzten Dachfläche das Mikroklima, das Regenwasser versickert auf dem Eigengrund.

Sonderlösungen für perfekten Anschluss

Mit einer zeitgemäßen Bauweise werden neben ökonomischen auch ökologische Effekte erzielt. Die maximierte Verwendung von Fertigteilen mit bereits integrierten Versorgungsleitungen verringert die erforderlichen Transportwege zur Baustelle.

Schöck lieferte aufgrund der komplexen Anforderungen fast ausschließlich Sonderlösungen der Isokorb-Typen S und W, die im Fertigteilwerk in Betonträgern und Betonwänden verbaut wurden. Ebenso wie KST-Module, die dann in Ortbeton angeschlossen wurden.

Die Gebäudehülle ist durch ihre Kompaktheit für die Minimierung der Bau- und Energiekosten optimiert. Das wird durch effiziente Dämmstärken sowie dem Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung in den straßenseitigen Bereichen des Erdgeschosses erreicht.

In jedem Geschoss wird die hallenartige Kernstruktur des Gebäudes mit verschiedenen Varianten des Schöck Isokorb von den vorgehängten Balkonen und Laubengängen thermisch getrennt. Es wurde im Niedrigstenergie-Standard gebaut. Der Passivhaus-Standard hätte sich nicht gerechnet: „Das ist im geförderten Wohnbau mit seiner Kostendeckelung kaum möglich".

„Bassena neu" schafft Kommunikation

Die Bassena war in den alten Mietshäusern des vorigen Jahrhunderts die öffentliche Wasserstelle am Gang und damit allgemeiner Treffpunkt der Bewohner. In dem Geiswinkler-Bau übernehmen die innovativ gestalteten Laubengänge – auf die alle Küchenfenster hinausgehen – diese Bassenafunktion. Die Laubengänge sind deutlich breiter als im Regelfall. Darüber hinaus erweitern sich die Gänge immer wieder zu sogenannten Aneignungszonen, die die Mieter frei gestalten und benutzen können.

Auf jedem Geschoß gibt es neben Abstellmöglichkeiten für Kinderwägen und Fahrräder auch große bunte Boxen, die von den Laubengängen in den Hof auskragen. Sie dienen flexibel als Waschküche und Kinderspielraum. Die Laubengänge werden dadurch räumlich gegliedert und schaffen eine gute Voraussetzung für das soziale Zusammenleben der Bewohner. Die Wohnungen des straßenbegleitenden Riegels sind durchgesteckt angelegt und orientieren sich sowohl zur Straße als auch zum Innenhof.

Mit dem Entwurf werden, was das Stadtbild angeht, die vertrauten Prinzipien der straßenbegleitenden Bebauung weitergeführt. Die gerade und flache Gebäudestruktur und -form wird jedoch durch private Freiräume der vorgelagerten Balkonzone durchbrochen. Die Gestaltung bringt einen hohen optischen Identifikationswert: eine vielfältige Balkonstruktur an der Straßenseite, bunte und abwechslungsreiche Laubengänge im Hofinneren.

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