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Schöck-Isokorb® im größten Passivhaus Österreichs

80 Prozent weniger Energieverbrauch als in herkömmlicher Bauweise

80 Prozent weniger Energieverbrauch als in herkömmlicher Bauweise

In Innsbruck entsteht derzeit der größte Passivhauskomplex Österreichs, zertifiziert vom Passivhaus-Institut in Darmstadt nach dem Passivhaus-Projektierungs-Paket (PHPP). Er befindet sich am Areal der ehemaligen Tiroler Lodenfabrik im Stadtteil Reichenau an der Ecke Silleinlauf/Inn und zählt zu den infrastrukturell gut ausgestatteten und leicht erreichbaren Wohngebieten. Die Häuser verbrauchen dank komplexer Technik um 80 Prozent weniger Energie als in herkömmlicher Bauweise.

Die Innsbrucker Architekturwerkstatt din a4 (Conrad Messner, Markus Prackwieser und Othmar Zobl) hat für die Neugestaltung des sogenannten „Lodenareals“ in einem ausgeschriebenen städtebaulichen Wettbewerb 2005 den 1. Preis gewonnen. „Es war jedoch von Beginn an vorgesehen, dass mehrere Architekten an der Umsetzung arbeiten, geht es doch insgesamt um rund 500 Wohneinheiten“, sagt DI Markus Prackwieser. Neben „din a4“ wurden die beiden Architekturbüros „Architekturhalle“ (für Zima) und „team k2 architects“ (für Neue Heimat Tirol) mit der Umsetzung dieses Großprojekts beauftragt: „Die Grundidee war, einen Gebäudekomplex zu schaffen, bei dem der Grünraum von einem öffentlichen Außenbereich in einen halböffentlichen Innenhof weitergeführt wird.“

8.200 qm Grün als Plus
Die drei Innenhöfe sind als Themenhöfe konzipiert. In den Farben blau, gelb und rot werden Teile der Außenflächen gestaltet, auch die Bepflanzung wird der Farbgebung angepasst. Die Innenhöfe sind frei begehbar, es gibt im gesamten Areal keine Zäune.
Zusätzlich entsteht eine rund 8.200 Quadratmeter große Grünanlage, die von der Stadt Innsbruck mit einem Kinder- und Ballspielplatz ausgestattet wird.
Auf dem Nordwesteck des Areals wird die Sill-Einmündung in den Inn von Osten nach Westen umgeleitet. Eine Fischtreppe dient dem Aufstieg der Fische vom Inn in die Sill hinauf. Kajakfahrer können in einer neu angelegten sogenannten „Kanuwelle“ gegen die Strömung trainieren. Auch ein Bootshaus wird gebaut.
Die Wohnqualität wird unter anderem durch jeweils zwei Loggien an der gegenüber liegenden Außenfront der Wohnungen erhöht, raumhohe Glasflächen verstärken diesen Effekt. Die Wohnblöcke verfügen neben dem Erdgeschoß noch über weitere fünf Stockwerke.

Energieeffizienz ist Zukunft
Die Architekturwerkstatt „din a4“ wurde mit der Planung von einem der drei Bauabschnitte betraut und kurz danach fiel seitens des Bauträgers für zwei Wohnblöcke, „Neuen Heimat Tirol“ (nht), die Entscheidung, diese Anlage als Passivhaus zu gestalten. „Die Energieeffizienz ist zweifellos das Zukunftsthema und das Lodenareal war auch unser erster großer Einstieg in das Passivhaus-Thema“, so Architekt Prackwieser.
Die hochwertige luftdichte Gebäudehülle des in Massivbauweise gefertigten Wohnkomplexes wird an der Fassade mit 26 Zentimeter dicker Wärmedämmung versehen. Das Flachdach der Baukörper wird als Warmdach mit 36 Zentimeter und das Erdgeschoß zum Untergeschoß mit 26 Zentimeter dicker Wärmedämmung ausgeführt. Im Bereich der Haustechnik sorgen semizentrale Lüftungsanlagen in jedem Treppenhaus für eine kontrollierte Wohnraumlüftung. Die Vorkonditionierung der Luft im Winter und Sommer erfolgt mittels Grundwasser. Die 1.000 Quadratmeter große Solaranlage deckt den Warmwasserbedarf zu 55 Prozent. Eine Pelletsanlage erzeugt die Energie für die Fußbodenheizung und deckt den Rest des Warmwasserbedarfes ab. Zur Spitzenabdeckung gibt es zusätzlich eine Gasanlage.

Isokorb minimiert Wärmebrücken
Das gesamte Gebäude ist am Computer simuliert worden, wobei auch die  Verschattungen miteingerechnet wurden. Eine Musterwohnung wurde eingerichtet, um herauszufinden, wie sich die geplanten Maßnahmen auswirken. „Die Neue Heimat Tirol hat zur Erreichung des strengen Passivhausstandards viel Aufwand betrieben“, sagt Markus Prackwieser. „Wärmebrückenvermeidung war natürlich ein wesentliches Thema“, erklärt der Architekt weiter. Speziell bei den Balkonen kamen der Schöck Isokorb zum Einsatz. Das tragende Wärmedämmelement reduziert die Wärmebrücke zwischen Balkon und Decke auf ein absolutes Minimum. Bei den kilometerlangen Balkonen aus Stahlbeton wurden Isokörbe vom Typ K in einer Stärke von acht Zentimeter eingesetzt. Aufgrund der hohen Tragkraft der Körbe wurde die Konstruktion auch den statischen Anforderungen gerecht. Der Schöck Isokorb bietet somit ein Optimum von Wärmedämmung und Tragfähigkeit.

Luftdichtes Gebäude
Ein wichtiger Punkt bei Passivhäusern ist die Luftdichte des Gebäudes. Im Blower-Door-Test konnte der ursprünglich berechnete Wert (Luftwechselrate) von 0,35 auf 0,18 gesenkt werden und liegt somit weiter unter den vorgegebenen PHPP-Richtlinien von 0,60. Durchgeführt wurde der Test in einem fertigen Teil des Baus mit 18 Wohneinheiten samt Treppenhaus. „Das ist eindeutig auch ein Verdienst der Bauleitung“, sagt der Architekt. „Auch die Fensteranschlüsse sind ein wichtiges Element dabei.“ Von Baubeginn an wurden deshalb sämtliche Firmen und deren beteiligte Mitarbeiter mit dem Thema betraut und entsprechend geschult.


Energiebedarf um 80% verringert
Fertiggestellt werden die zwei Bauteile der nht mit einem Investitionsvolumen von etwa 52 Mio. Euro voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2009 bzw. im Frühjahr 2010. Neben den zwei Projekten der Neuen Heimat Tirol werden auf dem Areal noch 128 Eigentumswohnungen durch die Zima Wohn- und Projektmanagement GmbH errichtet. „Unsere Generation steht vor einer großen Herausforderung: Sie muss es in einem überschaubaren Zeitraum schaffen, den derzeit noch gigantischen Verbrauch an nicht erneuerbaren Energien auf ein umweltverträgliches Niveau herunterzuschrauben“, erklärt Dr. Wolfgang Feist, Chef des renommierten Darmstädter Passivhaus-Instituts, und lobt Architekten und Bauträger: „Der Passivhauskomplex am Lodenareal beweist, dass diese Aufgabe lösbar ist. Hohe architektonische Qualität gepaart mit intelligenter Baukunst und Gebäudetechnik führen in diesem Projekt dazu, dass der Energiebedarf um 80 Prozent gegenüber dem Durchschnitt verringert wird.“

Bautafel Projekt Lodenareal
Auftraggeber:
Architekten:
Statik:
Planung Haustechnik:
Planung Elektro:
Bauphysik:
Energieberatung:
Luftdichtheitsmessung,PHPP-Berechnung:
Dynamische Gebäudesimulation:

General-Eccher-Straße (Innsbruck)
Neue Heimat Tirol (Innsbruck)
Architekturwerkstatt din a4 (Innsbruck)
team k2 architects (Innsbruck)
DI Neuner (Rum) und IFS (Innsbruck)
TB Lasta (Innsbruck)
DI Fiby (Innsbruck) und Spektrum (Bregenz)
Gstrein (Karrösten)
Herz&Lang (Weitnau)
Herz&Lang (Weitnau)

 

Weitere Informationen:

 

Alfred Moser
Schöck Bauteile Ges.m.b.H
+43 1 786 57 60
alfred.moser@schoeck.at 
Thaliastrasse 85/2/4 
1160 Wien
Manfred Hluma
Gassner & Hluma Communications
+43 1 479 81 82
manfred.hluma@gh-pr.at
Alsegger Strasse 18
1180 Wien